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EXXON-Mobiles Antwort auf unseren Fragenkatalog
Antwort der Firma EXXON-Mobile auf unseren Fragenkatalog zum Vorhaben Probebohrungen für unkonventionelle Gasvorkommen in den Kohleflözen und anderen Gesteinen unter Drensteinfurt.
Die CDU und die CDU-Fraktion Drensteinfurt hat einen Fragenkatalog erstellt und übergab diesen schriftlich sowohl an das Bergbauamt der Bezirksregierung Arnsberg als auch an die Firma EXXON-Mobil zur Beantwortung;
Unser Fragenkatalog teilt sich in 4 Fragengruppen auf:
1) Grundsatzfragen zum Gasvorkommen in unserer Region
2) Fragen im Zusammenhang mit den Probebohrungen
3) Fragen zur (anschließenden) Förderung der Gasvorkommen und der dabei
angewandten Technik
4) Fragen zum (veralteten) Bergrecht und zum Stand, dieses Recht auf unsere Zeit zu
verändern
Grundsatzfragen zum Gasvorkommen in unserer Region
A) Wie groß schätzt man (es gab ja bereits Probebohrungen) Gasvorkommen im
Bereich Drensteinfurt in allen Gesteinsschichten und welche davon sind abbaubar
unterteilt ohne oder mit Fracingtechnik?
Eine Aussage lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt hierzu nicht treffen. Nach Abschluss des
Explorationsprogramms erfolgt eine ausführliche Datenauswertung. Ob hinreichende
Gasmengen vorhanden und diese wirtschaftlich förderbar sind, wird sich erst in einigen
Jahren sagen lassen.
B) In welchen Bereichen von NRW erwartet man Kohlenflözgase und wo Gas in
anderen Gesteinen? Wie konkret ist diese Situation unter Drensteinfurt?
Im Münsterland werden Erdgasvorkommen in Kohleflözen sowie in Schiefergestein vermutet.
Im Raum Drensteinfurt wird nach Kohleflözgas gesucht.
C) Beabsichtigt man, nicht nur die Gasvorkommen in den Kohleflözen zu gewinnen
oder auch in Schiefer- oder anderen Sedimentgesteinen?
Siehe vorherige Frage.
D) Ab welchen Mengen Gasvorkommen in welchen Gesteinen auch immer ist die
Gewinnung rentabel 1) Normalbohrung 2) Fracingmethode?
Dies hängt entscheidend von der Ausdehnung und Charakteristik der einzelnen
Erdgaslagerstätte ab sowie von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Zeitpunkt der
Entscheidung. Wir befinden uns zurzeit in einem sehr frühen Stadium. Konkrete Aussagen
zu etwaigen Lagerstätten und deren Charakteristik lassen sich erst in einigen Jahren treffen,
wenn die erbohrten Bohrkerne ausgewertet sind.
E) Welchen Stellenwert kann Gas aus heimischen Regionen für wie lange Zeit im
Energiemix bis zum Jahre 2050 erreichen aufgeteilt nach den Fördermethoden?
Im Rahmen der Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien spielt Erdgas als
Brückenenergie eine wichtige Rolle und wird neben dem Wärmemarkt zukünftig auch in der
Stromerzeugung als ideale Ergänzung zu Wind und Solar an Bedeutung gewinnen. Ca. 15 %
des deutschen Erdgasverbrauchs wird heute aus heimischen Quellen gedeckt. Da die sog.
konventionellen Lagerstätten jedoch zunehmend erschöpft sind, sucht ExxonMobil nach
neuen Lagerstätten, um auch in Zukunft einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten zu
können.
Fragen im Zusammenhang mit den Probebohrungen
A) Wann wird die Firma EXXON-Mobil den Antrag auf Probebohrungen stellen und
wie schnell wird die Bezirksregierung Arnsberg die Erlaubnis erteilen?
ExxonMobil wird den Antrag auf Zulassung des Betriebsplans bei der zuständigen
Bergbehörde stellen, sobald die Zusammenstellung von Unterlagen hierfür abgeschlossen
ist. Das Betriebsplanverfahren sieht vor, dass die Bergbehörde alle Behörden, deren
Aufgabenbereich durch die Bohrung berührt sind, am Verfahren zu beteiligen hat. Gleiches
gilt für die Gemeinde, soweit ihre Planungshoheit berührt ist. Über die Dauer des Verfahrens
können wir keine Aussage treffen.
B) Wird eine Erlaubnis für Probebohrungen auch mit Fracingmethode gestellt und die
Genehmigung erteilt
Es wird wie in der Beantwortung von Frage A erläutert nur ein Antrag für eine Kernbohrung
in Drensteinfurt gestellt. Zurzeit plant ExxonMobil keine hydraulische Behandlung in
Drensteinfurt. Diese wäre Gegenstand eines gesonderten Betriebsplanverfahrens.
C) Welche Risiken sieht die Bergbaubehörde bei Probebohrungen bei der jeweiligen
Methode?
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D) Wie lange dauern Probebohrungen und welchen Belastungen sind Menschen, Flora
und Fauna unterlegen?
Mit der Kernbohrung sollen insgesamt 150-300m Kernproben aus unterschiedlichen Tiefen
entnommen werden. Für den Bau des Bohrplatzes werden ca. 3.000m² beansprucht.
Die Bohrphase beträgt etwa 4-6 Wochen. Alle Geräuschemissionen bewegen sich im
Rahmen der gesetzlichen Richtwerte für Mischgebiete (60dBA am Tag/ 45dBA in der Nacht).
Naturschutzrechtliche Vorgaben werden durch Beteiligung der Naturschutzbehörden im
Rahmen des Betriebsplanverfahrens berücksichtigt.
Bei Einstellung des Betriebs ist ExxonMobil zur Wiedernutzbarmachung der Fläche
verpflichtet. Auch diese Arbeiten unterliegen der Genehmigung und Aufsicht durch die
Bergbehörde.
E) Welche Belastungen unterliegen unsere Straßen und Wirtschaftswege? Gibt es vorab
eine Bestandsaufnahme?
Es wird vor Beginn der Arbeiten mit der Stadt Drensteinfurt eine Beweissicherung des
Straßenzustandes durchgeführt und eine privatrechtliche Vereinbarung zum Ersatz etwaiger
Straßenschäden getroffen.
F) Wie viel Wasser und andere Stoffe benötigt eine Probebohrung bei der jeweiligen
Methode?
Es werden ca. 100-150m³ Wasser für eine Kernbohrung benötigt. Der Wasserbedarf für die
Bohrung würde aus dem öffentlichen Netz gedeckt. Eine hydraulische Behandlung ist heute
nicht geplant und wird auch nicht Gegenstand des Antrags für die Kernbohrung sein (siehe
oben).
G) Wird die Stadt Drensteinfurt und die Bevölkerung zeitlich früh genug über die Art
der Probebohrung informiert?
ExxonMobil informiert Stadt und interessierte Bürger regelmäßig über den Fortgang der
Arbeiten. Zurzeit ist, wie erläutert, keine hydraulische Behandlung geplant. ExxonMobil wir
nach Zusammenstellung der Unterlagen lediglich einen Antrag auf Zulassung eines
Betriebsplans für eine Kernbohrung zur Entnahme von Gestein stellen.
H) Wie und Wo wird das verwendete Wasser 1) besorgt 2) entsorgt? Welche Kläranlage
in der Umgebung ist in der Lage, das zusätzliche Wasser ordnungsgemäß zu klären bei
der jeweiligen Methode?
Bei jeder Bohrung – ob konventionell oder unkonventionell – ist der Einsatz von
Bohrspülungen erforderlich, um während des Bohrvorgangs den Austrag des Bohrkleins, die
Kühlung und Schmierung von Bohrwerkzeug und Bohrstrang, sowie die Stabilisierung der
Bohrlochwand zu gewährleisten. Die Bohrspülung zirkuliert in einem geschlossenen System.
Der Wasserbedarf würde aus dem öffentlichen Netz gedeckt. Ein Teil der Bohrspülung wird
in Kavernen entsorgt, der übrige Teil für andere Bohrungen eingesetzt.
I) Welche Kosten fallen für die Bohrfirma für jeden Kubikmeter Wasser an? Im
Vergleich dazu muss jeder Bürger in Drensteinfurt für jeden Kubikmeter Gelsenwasser
für Ver- + Entsorgung mehr als 4 € bezahlen?
Für ExxonMobil fallen dieselben Beschaffungskosten an.
J) Erlaubt EXXON Mobil die Kontrolle der gesamten Probebohrung inklusive des an- +
abgefahrenen Wasser durch einen Dritten Unabhängigen? Verpflichten sich EXXON
Mobil und die Bergbaibehörde, jeglichen Störfall sofort zu melden und somit alle
Bürgerinnen und Bürger zu benachrichtigen?
Sämtliche Bergbauaktivitäten unterliegen der Aufsicht der zuständigen Bergbehörde, die im
Rahmen ihrer Aufgaben Auskünfte einholen, die Vorlage von Unterlagen verlangen,
Betriebsplätze etc. betreten, dort Prüfungen vornehmen, auf Kosten des
Bergbauunternehmens Proben entnehmen kann etc.
Ungeachtet dessen will ExxonMobil aber dem gestiegenen öffentlichen Interesse Rechnung
tragen und ihre Explorationsaktivitäten in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen von
unabhängigen, anerkannten Experten begleiten lassen. Ziel ist es, eine schädliche
Beeinträchtigung des Trinkwassers auch in der Zukunft sicher auszuschließen. Die Kosten
für diese wissenschaftliche Begleitung wird ExxonMobil tragen.
Parallel wird ExxonMobil die Stadt Drensteinfurt und interessierte Bürger regelmäßig über
den Fortgang informieren. Selbstverständlich würde auch über etwaige Störungsfälle
unverzüglich informiert werden. Siehe hierzu auch unsere Antwort zu Frage H des
nachfolgenden Fragenkomplexes.
K) Wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung gefordert, wenn auch schon bei
Probebohrungen gefract wird?
Eine Umweltverträglichkeitsprüfung ist für eine hydraulische Behandlung im Rahmen der
Exploration gesetzlich nicht vorgesehen. Zur Beteiligung anderer Behörden und die
Begleitung durch unabhängige Experten siehe oben.
Fragen zur (anschließenden) Förderung der Gasvorkommen und
der dabei angewandten Technik
A) In welcher Form wird der Antrag auf Förderung des Gasvorkommens gestellt? Ist es
absolute Pflicht schon beim Antrag festzulegen, dass Fracingmethoden angewandt
werden?
Für eine Förderung müsste ExxonMobil zunächst eine bergrechtliche Bewilligung
beantragen.
Für die konkrete Bohrung müsste dann erneut ein Antrag auf Zulassung eines Betriebsplans
gestellt werden. Auch eine hydraulische Behandlung bedarf einer entsprechenden
behördlichen Zulassung (s.o.). Zur Vermeidung von Missverständnissen möchten wir in
diesem Zusammenhang aber noch einmal darauf hinweisen, dass eine hydraulische
Behandlung einer Lagerstätte im Regelfall nur wenige Stunden dauert. Es erfolgt keine
„Dauerbehandlung“ über die Förderdauer o.ä.
B) Ist sicher gestellt, dass die Stadt Drensteinfurt und die Bevölkerung rechtzeitig zur
Gasförderung gehört werden und ihr erneutes Einverständnis geben müssen?
Die Stadt Drensteinfurt wird im Rahmen der Zulassung des Betriebsplans für eine Bohrung
beteiligt, soweit ihre Planungshoheit berührt ist. Ungeachtet dessen wird ExxonMobil Stadt
und interessierte Bürger frühzeitig über etwaige weitere Planungen informieren.
C) Ist die umstrittene Fracingmethode in NRW ohne Erlaubnis des Gesetzgebers
möglich? Kann die Bergbaubehörde eigenständig so eine Methode erlauben?
Das Hydraulic Fracturing ist ein bewährtes Verfahren, das in Deutschland bereits seit etwa
40 Jahren in mehr als 100 Bohrungen zur Anwendung gekommen ist. Das Unternehmen hat
hierbei im Vorfeld gegenüber dem Bergamt den Nachweis zu führen, dass die künstlich
erzeugten Gesteinsrisse nicht in überlagerte Gesteinsschichten eindringen können und die
eingesetzte Flüssigkeit mit den Lagerstättenfluiden verträglich sind.
D) Die Landesregierung steht der Förderung der Gasvorkommen positiv gegenüber,
stellt aber Sicherheit an die erste Stelle. Ist sowohl die Berfbaubehörde als auch EXXON
Mobil damit einverstanden, dass bei der Förderung permanent ein Ausschuss,
bestehend auch aus Repräsentanten der Stadtverwaltung und der im Rat vertretenden
Fraktionen, die Arbeiten überprüfen kann?
Eine Förderung von Erdgas ist zurzeit weder geplant noch beantragt. Wie bereits ausgeführt
will ExxonMobil aber dem gestiegenen öffentlichen Interesse Rechnung tragen und ihre
Explorationsaktivitäten in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen von unabhängigen,
anerkannten Experten begleiten lassen. Ziel ist es, eine schädliche Beeinträchtigung des
Trinkwassers auch in der Zukunft sicher auszuschließen. Die Kosten für diese
wissenschaftliche Begleitung wird ExxonMobil tragen. Zudem wird ExxonMobil Stadt und
interessierte Bürger regelmäßig über den Fortgang informieren. Auf Wunsch können, unter
Berücksichtigung der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen, Besichtigungen des
Bohrplatzes durchgeführt werden. Das entsprechende Anmelde-Prozedere wird ExxonMobil
frühzeitig mit der Stadt Drensteinfurt abstimmen.
E) Ist auch ein Fracing ohne Chemikalien möglich, sinnvoll und rentabel?
Im Raum Drensteinfurt werden sog. Kohleflözlagerstätten vermutet. Ob bei solchen
Lagerstätten überhaupt eine hydraulische Behandlung erforderlich ist, hängt von den
jeweiligen konkreten Lagerstätteneigenschaften ab. Gleiches gilt für die Frage, ob bei einer
etwaigen hydraulischen Behandlung chemische Zusätze erforderlich wären und wenn ja, in
welcher konkreten Zusammensetzung. ExxonMobil steht in kontinuierlichem Kontakt mit den
für sie tätigen Servicefirmen, um die Zusammensetzung von Frac-Flüssigkeiten zu
optimieren.
F) Welche Mengen Wasser, Sand und eventuell Chemikalien werden beim Fracing
benötigt? Wie werden diese Mengen herangeschafft, zwischengelagert und wie, wo und
mit welchen Techniken entsorgt? Gibt es überhaupt Kläranlagen, die diese
Fracingbrachwässer verarbeiten und reinigen können?
Siehe oben. Die bei einer hydraulischen Behandlung wiedergeförderte Flüssigkeit wird auf
behördlich genehmigten Entsorgungswegen entsorgt.
G) Müssen die geförderten Gase gereinigt werden? Wie werden diese transportiert?
Im Falle einer Förderung würde das zutage geförderte Erdgas zunächst in
Gastrocknungsanlagen getrocknet. Hier werden mitgefördertes Wasser, flüssige
Kohlenwasserstoffe und Feststoffe abgeschieden. Der Gastransport erfolgt über unterirdisch
verlegte Erdgasleitungen.
H) Warum wurde der Störfall in Visselhövede nicht der Allgemeinheit mitgeteilt? Wie
hat sich im Fall die Bergbaubehörde verhalten? Ist nach diesem erstmals Verschweigen
dann Verneinen eines Störfalles weder der Firma noch der Behörde zu glauben?
ExxonMobil hat diesen Sanierungsfall zu keinem Zeitpunkt verheimlicht. Der im NDR-Bericht
vom 10.1.2011 erweckte Eindruck, es habe hier eine Vertuschung gegeben, ist schlicht
falsch. Wir fügen Ihnen in der Anlage eine ausführliche Information hierzu bei.
I) Erwartet man für die Zukunft eine Verbesserung der Fördertechnik, die Fracking
von vornherein überflüssig macht? Warum kann nicht mit der Gewinnung der Gase vor
Ort so lange gewartet werden, bis Umweltschäden zu 100 % auszuschließen sind?
Ob bei einer sog. Kohleflözlagerstätte überhaupt der Einsatz einer hydraulischen
Behandlung erforderlich ist, hängt von der konkreten Lagerstätte ab. Das erprobte und
bewährte Verfahren wird in Deutschland seit etwa 40 Jahren eingesetzt. Es ist hierbei in
keinem einzigen Fall zu einer schädlichen Beeinträchtigung des Trinkwassers gekommen.
Ungeachtet dessen wird ExxonMobil ihre Explorationstätigkeiten von unabhängigen
Experten begleiten lassen (s. Frage D).
J) Wird es automatisch eine Umweltverträglichkeitsprüfung geben?
Siehe oben.





